JENSEITS DER BERÜHMTEN FESTUNG
Jenseits von Dún Aonghasa: Weitere antike Stätten der Aran-Inseln
Die Ruinen der Sieben Kirchen, das rechteckige Wurmloch und das Fort Dún Chonchúir auf Inis Meáin – drei Aran-Stätten, die weit weniger Besucher anziehen als Dún Aonghasa.
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Beim ersten Besuch zieht Dún Aonghasa die meiste Aufmerksamkeit auf sich – verständlicherweise angesichts seiner Größe und Lage –, doch auf jeder der drei Inseln gibt es mindestens eine weitere Sehenswürdigkeit, die den zusätzlichen Umweg durchaus lohnt, wenn Ihr Tag es zulässt. Allein auf Inis Mór finden sich die Klosterruinen der Sieben Kirchen und das eigenartige rechteckige Meeresbecken namens Worm Hole, die beide mit dem Fahrrad vom Haupthafen aus ohne allzu große Mühe zu erreichen sind, während Dún Chonchúir auf Inis Meáin optisch durchaus mit Dún Aonghasa mithalten kann – nur dass es von einem Bruchteil der Besucher gesehen wird.
Die Sieben Kirchen — mehr Namen als Kirchen
Na Seacht dTeampaill, auch bekannt als die Sieben Kirchen, entwickelte sich auf Inis Mór zu einer der größten Klosteranlagen im Westen Irlands. Gegründet wurde sie im Gefolge des heiligen Brecan, eines Missionars, der traditionell mit dem fünften Jahrhundert in Verbindung gebracht wird, auch wenn die ältesten erhaltenen Bauten später entstanden. Trotz des Namens stehen heute nur noch zwei Kirchen – Teampall Bhreacáin und Teampall an Phoill –, begleitet von einer bienenkorbartigen Steinhütte, einem heiligen Brunnen, einem Friedhof und mehreren verstreuten Kreuzen innerhalb der Anlage. Warum genau sie „sieben“ genannt wird, ist unter Historikern bis heute umstritten – die Theorien reichen von einer verlorenen Pilgerweg-Zählung bis hin zu den sieben Heiligen, die der Überlieferung nach an diesem Ort begraben sein sollen.
Das in aller Ruhe errichtete Kirchenschiff von Teampall Bhreacáin
Das größte Bauwerk der Seven Churches, Teampall Bhreacáin, entstand nicht in einer einzigen Baukampagne – die Errichtung erstreckte sich über mehrere klar voneinander abgrenzbare Phasen vom achten bis ins dreizehnte Jahrhundert. Die älteste erhaltene Ecke zeigt Steinmetzarbeiten aus dem zehnten Jahrhundert mit einem markanten, vorspringenden Eckelement, das als Ante bezeichnet wird – ein Detail, auf das Archäologen sich stützen, um frühe irische Kirchenbauten zu datieren, wenn schriftliche Aufzeichnungen rar oder gänzlich verloren sind. Wer die Stätte heute auch nur kurz begeht, liest mehrere Jahrhunderte Baugeschichte, die sich sichtbar in einem vergleichsweise kleinen Grundriss aus Ruinenmauerwerk schichten.
Poll na bPéist — das Wurmloch
An der Westküste von Inis Mór, unweit von Dún Aonghasa, liegt ein verblüffend rechteckiges Becken namens Poll na bPéist, das wie mit dem Messer geschnitten in die flache Kalksteinplatte eingebettet ist und durch verborgene Kanäle unter dem umliegenden Fels vom Meer gespeist wird. Auf den ersten Blick wirkt es wie von Menschenhand geschaffen, doch es ist vollkommen natürlich entstanden – über einen sehr langen Zeitraum hinweg hat die Erosion den vorhandenen Kluftlinien des Gesteins folgend diese Form geformt, ohne jedes menschliche Zutun. Seine ungewöhnliche Geometrie machte es so spektakulär, dass hier Etappen der Red Bull Cliff Diving World Series ausgetragen wurden: Die Athleten sprangen von einer Plattform in rund 28 Metern Höhe in das schmale, dunkle Becken hinab.
Dún Chonchúir — die gewaltige ovale Festung von Inis Meáin
Das Dún Chonchúir auf Inis Meáin ist ein Trockensteinfort, das in seiner Größe dem Dún Aonghasa wirklich ebenbürtig ist: eine ovale Anlage von rund 70 Metern Länge und 35 Metern Breite, deren Mauern stellenweise bis zu sieben Meter hoch aufragen und aus eng gefügten Kalksteinblöcken bestehen. Sein genaues Alter ist ungewiss – Schätzungen datieren die Hauptbauzeit von der Eisenzeit bis ins frühe Mittelalter, und wie beim Dún Aonghasa wurde es in diesem Zeitraum vermutlich mehrfach umgebaut oder erweitert. Da Inis Meáin weit weniger Tagesausflügler anzieht als die größere Nachbarinsel, erlebt man Dún Chonchúir oft in beinahe völliger Stille.
Synge's Chair in der Nähe
Der Dramatiker J. M. Synge lebte zwischen 1898 und 1902 auf Inis Meáin, während er für sein späteres Buch „The Aran Islands" recherchierte, und verbrachte lange Zeiträume damit, das Inselleben aus nächster Nähe zu beobachten. Ein windumtoster Klippenpunkt nahe Dún Chonchúir ist in der Region bis heute als „Synge's Chair" bekannt, und der Überlieferung nach saß er dort gern, blickte über die Bucht hinüber zu Inis Mór und schrieb. Seine Zeit auf den Inseln floss direkt in sein späteres, weitaus berühmteres Stück „The Playboy of the Western World" ein, das stark von Geschichten und Sprachmustern zehrte, die er dort hörte.
Sie sind noch unentschlossen, welche Insel es sein soll – oder ob Sie die Cliffs of Moher mit einplanen?
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